Hauptuntersuchung (HU): Fristen, Kosten, Ablauf & Bußgelder

Die Hauptuntersuchung ist für Fahrzeughalter in Deutschland mehr als ein Pflichttermin: Sie hilft, die Verkehrssicherheit zu erhalten, teure Folgeschäden früh zu erkennen und Bußgelder wegen versäumter Fristen zu vermeiden. Dennoch herrscht häufig Unsicherheit darüber, wann die HU genau fällig ist, welche Rolle die Abgasuntersuchung spielt und welche Kosten entstehen können.

Wer die Fristen nicht im Blick hat oder Mängel am Fahrzeug unterschätzt, riskiert nicht nur finanzielle Konsequenzen, sondern auch Einschränkungen bei der Nutzung des Fahrzeugs. Der folgende Ratgeber erklärt, was hinter der HU steckt, wie sie abläuft und welche Regeln im Alltag gelten.

Werkstatt-Inspektion eines Autos.

In aller Kürze

  • Die Hauptuntersuchung (HU) ist eine gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Verkehrssicherheit von Fahrzeugen in Deutschland.
  • Die Abgasuntersuchung (AU) ist verpflichtend und Bestandteil der HU.
  • Die Kosten liegen durchschnittlich bei etwa 80 bis 150 Euro für Pkw.
  • Wer die HU überzieht, muss mit Bußgeldern, Zusatzkosten und Punkten in Flensburg rechnen.
  • Für Pkw gilt in der Regel: erste HU nach drei Jahren, danach alle zwei Jahre.

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Was ist die Hauptuntersuchung (HU)?

Die HU ist eine gesetzlich vorgeschriebene Prüfung, die sicherstellen soll, dass Fahrzeuge den technischen Anforderungen entsprechen und keine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen. Sie wird von anerkannten Prüforganisationen durchgeführt und ist für nahezu alle zugelassenen Fahrzeuge verpflichtend.

Im Rahmen der HU werden alle sicherheitsrelevanten Komponenten eines Fahrzeugs kontrolliert. Dazu gehören unter anderem Bremsanlage, Beleuchtung, Lenkung, Fahrwerk und Reifen. Auch die Karosserie wird auf Schäden überprüft, die die Stabilität oder Sicherheit beeinträchtigen könnten.

Nach erfolgreicher Prüfung wird die HU-Plakette erteilt. Sie dient nicht nur als Nachweis, sondern zeigt auch direkt an, wann die nächste Untersuchung fällig ist. Damit übernimmt sie eine wichtige Orientierungsfunktion im Alltag.

Was ist der Unterschied zwischen HU und AU?

Im Zusammenhang mit der HU taucht häufig die Abkürzung AU auf. Dabei handelt es sich um die Abgasuntersuchung, die sich auf die Emissionswerte eines Fahrzeugs konzentriert.

Während die HU die allgemeine Verkehrssicherheit prüft, kontrolliert die AU, ob das Fahrzeug die gesetzlichen Umweltvorgaben einhält. Dazu werden unter anderem die Abgase gemessen und bewertet.

Wichtig ist, dass die Abgasuntersuchung heute kein eigenständiger Termin mehr sein muss. Sie ist integraler Bestandteil der HU und wird in der Praxis meist gleichzeitig durchgeführt. Dennoch bleibt sie rechtlich eine eigene Prüfkomponente, weshalb beide Begriffe weiterhin parallel verwendet werden.

Fristen und Fälligkeiten

Wann ist die HU fällig?

Grundsätzlich gelten feste gesetzliche Intervalle, die sich nach Fahrzeugart und Erstzulassung richten.

Für Pkw gilt: Neuwagen müssen erstmals nach drei Jahren zur HU. Danach ist die Prüfung alle zwei Jahre erforderlich. Da die AU Teil der HU ist, orientiert sich auch ihre Fälligkeit an diesen Intervallen. Eine separate Frist für die AU besteht in der Regel nicht mehr, da beide Prüfungen zusammen durchgeführt werden.

Der genaue Zeitpunkt lässt sich an der HU-Plakette auf dem hinteren Kennzeichen ablesen. Die Zahl in der Mitte gibt das Jahr an, während die Position oben den Monat markiert. So ist auf einen Blick erkennbar, bis wann die nächste Untersuchung erfolgen muss.

Ein freundlicher Mann zeigt auf etwas links von ihm.

Welche Fristen gibt es und was passiert, wenn man sie missachtet?

Die Einhaltung der Fristen ist entscheidend, da es keine offizielle Toleranzzeit gibt. Bereits ab dem ersten Monat nach Ablauf gilt die HU als überfällig.

Die Frist beginnt immer mit dem Datum der letzten HU. Wird der Termin überschritten, verschiebt sich die nächste Frist nicht nach hinten. Das bedeutet: Auch bei verspäteter Durchführung bleibt der ursprüngliche Rhythmus bestehen.

Wer die HU nicht rechtzeitig durchführen lässt, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Die Höhe der Sanktionen richtet sich nach der Dauer der Überschreitung.

Ab einer Überziehung von mehr als zwei Monaten wird ein Bußgeld fällig. Bei einer Überziehung von mehr als acht Monaten kommt zusätzlich ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg hinzu.

Was kostet die HU?

Die Kosten für die HU sind nicht bundeseinheitlich geregelt, bewegen sich jedoch in einem vergleichbaren Rahmen. Sie hängen unter anderem von der Prüforganisation, dem Bundesland und dem Fahrzeugtyp ab.

Für Pkw inklusive AU liegen die durchschnittlichen Kosten zwischen etwa 80 und 150 Euro. Motorräder sind in der Regel etwas günstiger und bewegen sich meist zwischen 60 und 100 Euro.

Zusätzliche Kosten können entstehen, wenn bei der Prüfung Mängel festgestellt werden. In diesem Fall ist eine Nachuntersuchung erforderlich, die separat berechnet wird. Auch eine verspätete HU kann durch eine sogenannte vertiefte oder erweiterte Prüfung teurer werden.

Wie läuft die HU ab?

Der Ablauf der HU ist standardisiert und erfolgt bei zugelassenen Prüforganisationen. Typischerweise läuft die Hauptuntersuchung in drei Schritten ab:

1

Sicht- und Funktionsprüfung: Zunächst werden äußere Mängel sowie zentrale Bauteile wie Bremsen, Beleuchtung, Fahrwerk und Lenkung kontrolliert.

2

Prüfung von Emissionen und Technik: Parallel dazu wird die AU durchgeführt, sofern sie erforderlich ist.

3

Einstufung des Fahrzeugs: Am Ende wird das Fahrzeug einer Mängelkategorie zugeordnet. Fahrzeuge ohne oder mit nur geringen Mängeln erhalten die Plakette direkt. Bei erheblichen Mängeln ist eine Nachprüfung nötig. Liegen gefährliche Mängel vor, kann die Nutzung des Fahrzeugs im Straßenverkehr eingeschränkt werden.

Sonderfälle: Motorrad, E-Auto und Oldtimer

Motorräder unterliegen grundsätzlich denselben Regelungen wie Pkw. Nach der Erstzulassung müssen sie alle zwei Jahre zur HU. Die AU ist ebenfalls Bestandteil der Prüfung, sofern sie technisch erforderlich ist.

Elektroautos nehmen eine Sonderrolle ein, da sie keine klassischen Abgasemissionen verursachen. Daher entfällt die AU in ihrer herkömmlichen Form. Die HU bleibt jedoch verpflichtend, da sicherheitsrelevante Komponenten wie Bremsen, Fahrwerk und Beleuchtung weiterhin überprüft werden müssen.

Auch Oldtimer müssen regelmäßig zur HU. Fahrzeuge mit H-Kennzeichen werden zusätzlich im Hinblick auf ihren originalen Zustand bewertet. Trotz ihres Alters gelten für sie ebenfalls feste Prüffristen von zwei Jahren. Gerade bei älteren Autos ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Mängel festgestellt werden. Verschleiß, Korrosion und Materialermüdung spielen hier eine größere Rolle und können den Prüfaufwand erhöhen.

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Weitere Fragen

Kann die HU auch vor dem Termin gemacht werden?

Ja, die HU kann bereits vor Ablauf der Frist durchgeführt werden. Allerdings bleibt der ursprüngliche Termin maßgeblich. Das bedeutet, dass sich der nächste Prüftermin nicht verschiebt, sondern weiterhin am ursprünglichen Rhythmus orientiert.

Was passiert, wenn das Auto durch die HU fällt?

Eine Teilkasko haftet nicht bei selbstverschuldeten Unfällen und Vandalismus.

Wie lange ist die Nachuntersuchung gültig?

Nach einer nicht bestandenen HU bleibt in der Regel ein Monat Zeit, um die festgestellten Mängel zu beheben und das Fahrzeug erneut vorzuführen. Wird diese Frist überschritten, kann eine vollständige neue HU erforderlich werden.

Darf man mit abgelaufener HU noch fahren?

Grundsätzlich darf ein Fahrzeug auch mit abgelaufener HU noch im Straßenverkehr bewegt werden. Allerdings handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die bei Kontrollen geahndet wird. Zudem steigt das Risiko bei Unfällen oder technischen Defekten.

Wo kann die HU durchgeführt werden?

Die HU kann bei anerkannten Prüforganisationen sowie in vielen Werkstätten durchgeführt werden, die mit entsprechenden Prüfstellen zusammenarbeiten. Dazu zählen beispielsweise technische Prüfstellen und autorisierte Partnerbetriebe.

Wie lange darf man die HU überziehen?

Rechtlich gibt es keine Toleranzfrist. Bereits ab dem ersten Monat nach Fälligkeit gilt die HU als überfällig. Je länger die Überziehung dauert, desto höher können Bußgeld und Zusatzkosten ausfallen.

Was kostet eine Nachuntersuchung?

Die Kosten für eine Nachuntersuchung hängen von Prüforganisation, Fahrzeugtyp und Umfang der festgestellten Mängel ab. Sie kommen zusätzlich zur regulären HU hinzu.

Ist die AU noch separat notwendig?

In der Regel nicht. Die AU ist heute Bestandteil der HU und wird meist im selben Termin durchgeführt.

Quellenübersicht

Externe Quellen

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