Welche Autos sind günstig in der Versicherung?

Beim Autokauf spielt nicht nur der Kaufpreis eine Rolle. Die laufenden Kosten entscheiden oft darüber, wie teuer ein Fahrzeug tatsächlich ist. Neben Kraftstoff, Wartung und Steuern zählt vor allem die Kfz-Versicherung zu den wichtigsten Ausgaben. Viele Kaufinteressenten stellen sich deshalb die Frage: Welche Autos sind günstig in der Versicherung? Die Antwort hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist oft weniger offensichtlich, als es auf den ersten Blick scheint.

Dieser Ratgeber erklärt, welche Merkmale günstige Autos in der Versicherung auszeichnen, welche Rolle die Typklasse spielt und worauf besonders Fahranfänger achten sollten. Außerdem zeigt er, wie sich die Versicherungskosten schon vor dem Autokauf besser einschätzen lassen.

Ein Auto fährt auf einer Landstraße.

In aller Kürze

  • Günstige Autos in der Versicherung zeichnen sich meist durch eine niedrige Typklasse und geringe Schadenkosten aus.
  • Nicht das Fahrzeugmodell allein entscheidet über den Beitrag, sondern vor allem die statistische Schadenbilanz der jeweiligen Fahrzeugvariante.
  • Kleinere Fahrzeuge mit moderater Motorisierung sind häufig günstiger versicherbar als leistungsstarke Fahrzeuge.
  • Für Fahranfänger lohnt sich ein Blick auf die Typklasse besonders, da Versicherungsbeiträge in den ersten Jahren oft höher ausfallen.
  • Neben dem Fahrzeug beeinflussen auch Schadenfreiheitsklasse, Regionalklasse und Fahrerkreis die Höhe der Versicherungsprämie.
  • Wer die laufenden Kosten senken möchte, sollte Versicherung, Steuer, Verbrauch und Wartung gemeinsam betrachten.

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Welche Autos sind günstig in der Versicherung?

Wer nach günstigen Autos in der Versicherung sucht, sollte nicht ausschließlich auf das Fahrzeug selbst schauen. Die Versicherungsprämie setzt sich aus zahlreichen Faktoren zusammen. Ein Auto kann in der Anschaffung günstig sein und trotzdem hohe Versicherungskosten verursachen. Umgekehrt kann ein etwas teureres Modell langfristig günstiger sein, wenn Typklasse, Verbrauch und Wartungskosten niedriger ausfallen.

Zu den wichtigsten Einflussfaktoren gehören:

  • Typklasse
  • Schadenfreiheitsklasse
  • Regionalklasse
  • Alter und Fahrpraxis der Fahrer
  • jährliche Fahrleistung
  • gewünschter Versicherungsumfang
  • Selbstbeteiligung
  • Fahrerkreis

Besonders wichtig ist die Typklasse. Sie gibt Auskunft darüber, wie hoch das statistische Schadenrisiko eines Fahrzeugs ist. Fahrzeuge mit niedrigen Typklassen verursachen im Durchschnitt geringere Kosten und können deshalb häufig günstiger versichert werden.

Günstige Autos in der Versicherung sind daher meist Fahrzeuge, die selten in Unfälle verwickelt sind, geringe Reparaturkosten verursachen, eine niedrige Diebstahlquote aufweisen, keine besonders hohe Motorleistung besitzen und über günstige Ersatzteile verfügen.

Wichtig: Eine niedrige Typklasse allein garantiert noch keinen niedrigen Beitrag. Erst das Zusammenspiel aus Fahrzeug, Wohnort, Schadenfreiheitsklasse, Fahrerkreis und gewähltem Versicherungsschutz ergibt den tatsächlichen Preis.

Warum ist die Typklasse entscheidend?

Die Typklasse gehört zu den wichtigsten Faktoren bei der Berechnung der Kfz-Versicherung. Je besser die Schadenbilanz eines Fahrzeugs ausfällt, desto niedriger kann die Typklasse sein. Sie wird jährlich vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) anhand realer Schadendaten berechnet. Berücksichtigt werden die Schadenbilanzen der in Deutschland zugelassenen Automodelle.

Wichtig ist dabei: Die Typklasse bezieht sich nicht auf einzelne Fahrzeuge, sondern auf die jeweilige Fahrzeugvariante. Bereits Unterschiede bei Motorisierung, Baujahr oder Ausstattung können zu einer anderen Einstufung führen. Wer gezielt nach einem Auto mit niedriger Typklasse sucht, sollte vor dem Fahrzeugkauf die aktuelle Einstufung prüfen. Dafür sind in der Regel Hersteller- und Typschlüsselnummer, kurz HSN und TSN, hilfreich. Sie stehen in der Zulassungsbescheinigung Teil I.

Symbolbild Auffahrunfall: Ein Auto ist einem Anderen hinten reingefahren, beide sind mäßig beschädigt.

Für jedes Fahrzeugmodell werden unter anderem folgende Faktoren ausgewertet:

Warum ändern sich Typklassen regelmäßig?

Typklassen werden jedes Jahr überprüft und angepasst. Dadurch kann ein Fahrzeug künftig günstiger oder teurer eingestuft werden als bisher. Wer ein Fahrzeug neu anschafft, sollte deshalb nicht nur auf aktuelle Versicherungsbeiträge achten, sondern auch auf die langfristige Schadenentwicklung der jeweiligen Fahrzeugklasse.

Ändert sich die Typklasse, bedeutet das nicht automatisch, dass der Beitrag im gleichen Umfang steigt oder sinkt. Versicherer berücksichtigen zusätzlich weitere Tarifmerkmale. Trotzdem ist die Typklasse ein wichtiger Hinweis darauf, wie teuer ein Fahrzeug im Versicherungsschutz werden kann.

Welche Fahrzeugarten sind häufig günstig versicherbar?

Worauf sollten Fahranfänger achten?

Fahranfänger gehören zu den risikoreicheren Fahrern. Statistiken zeigen, dass junge Fahrer häufiger in Unfälle verwickelt sind als erfahrene Verkehrsteilnehmer. Außerdem verfügen neue Fahrer noch über keine oder nur wenige schadenfreie Jahre. Deshalb werden Fahranfänger bei der Kfz-Versicherung häufig in niedrige Schadenfreiheitsklassen eingestuft, wodurch insbesondere in den ersten Jahren höhere Beiträge anfallen können. Umso wichtiger ist die Wahl eines Fahrzeugs mit günstigen Versicherungseinstufungen.

Nicht nur die Typklasse ist entscheidend, auch bestimmte Tarifmerkmale können Fahranfängern helfen, die Kosten zu reduzieren. Dazu zählen beispielsweise ein eingeschränkter Fahrerkreis, realistische Kilometerangaben, eine passende Selbstbeteiligung und Zweitwagenregelungen.

Zusätzlich kann es sinnvoll sein, zunächst ein Familienfahrzeug mitnutzen zu dürfen oder ein Auto als Zweitwagen zu versichern. Ob und in welcher Form das möglich ist, hängt vom jeweiligen Tarif ab. Wichtig ist immer, dass Fahranfänger korrekt im Versicherungsvertrag angegeben sind.

Wie lassen sich die Versicherungskosten zusätzlich senken?

Nicht nur die Fahrzeugwahl beeinflusst die Beitragshöhe. Auch die folgenden Faktoren spielen eine Rolle:

  • 1

    Schadenfreie Jahre aufbauen
    Die Schadenfreiheitsklasse gehört zu den wichtigsten Beitragsfaktoren. Wer über viele Jahre schadenfrei fährt, profitiert meist von deutlich niedrigeren Beiträgen. Ausführliche Informationen über die Schadenfreiheitsklasse und deren Bedeutung bietet unser Ratgeber "Schadenfreiheitsklasse" .

  • 2

    Selbstbeteiligung vereinbaren
    Eine höhere Selbstbeteiligung kann den Versicherungsbeitrag reduzieren. Sie sollte aber nur so hoch gewählt werden, dass ein Schadenfall finanziell gut tragbar bleibt.

  • 3

    Fahrerkreis begrenzen
    Ein begrenzter Fahrerkreis kann sich positiv auf den Versicherungsbeitrag auswirken. Dabei müssen alle Personen angegeben werden, die das Fahrzeug regelmäßig nutzen.

  • 4

    Jährliche Fahrleistung realistisch angeben
    Eine realistische Kilometerleistung verhindert Nachberechnungen und kann zu günstigeren Beiträgen führen. Wer deutlich weniger fährt, sollte die Angabe im Vertrag prüfen und bei Bedarf anpassen lassen.

Passenden Versicherungsschutz wählen

Je nach Fahrzeugalter kann es sinnvoll sein, den Umfang des Versicherungsschutzes individuell anzupassen. Die WGV bietet hierfür verschiedene Tarifoptionen und Leistungsbausteine.
Bei einem neuen oder finanzierten Fahrzeug ist eine Vollkasko häufig sinnvoll. Bei älteren Fahrzeugen kann eine Teilkasko oder reine Haftpflichtversicherung ausreichen. Entscheidend sind Fahrzeugwert, Rücklagen und persönliches Sicherheitsbedürfnis.

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Welche Kosten sollten neben der Kfz-Versicherung berücksichtigt werden?

Wer die laufenden Kosten eines Fahrzeugs beurteilen möchte, sollte die Kfz-Versicherung niemals isoliert betrachten. Erst die Kombination aus günstiger Versicherung, niedriger Steuer, überschaubarem Verbrauch und moderaten Wartungskosten macht ein Fahrzeug langfristig wirtschaftlich. Die tatsächlichen Unterhaltskosten setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen:

  • Kfz-Versicherung
    Die Versicherungsprämie wird vor allem durch Typklasse, Schadenfreiheitsklasse und Regionalklasse beeinflusst. Hinzu kommen persönliche und vertragliche Merkmale wie Fahrerkreis, Fahrleistung, Selbstbeteiligung und gewünschter Versicherungsumfang.

  • Kraftfahrzeugsteuer
    Die Steuer richtet sich insbesondere nach Hubraum und CO₂-Ausstoß.

  • Kraftstoffkosten
    Verbrauch und Fahrleistung haben einen erheblichen Einfluss auf die jährlichen Gesamtkosten.

  • Wartung und Verschleiß
    Regelmäßige Inspektionen, Reifen und Reparaturen sollten ebenfalls berücksichtigt werden.

FAQ

Ist ein günstiges Auto automatisch günstig versichert?

Nein. Der Kaufpreis eines Fahrzeugs hat nur begrenzten Einfluss auf die Versicherungsprämie. Wichtiger sind Schadenstatistik, Reparaturkosten und Typklasse.

Warum unterscheiden sich die Versicherungsbeiträge trotz ähnlicher Fahrzeuge?

Bereits kleine Unterschiede bei Motorisierung, Ausstattung oder Fahrzeugvariante können zu unterschiedlichen Typklassen führen. Darüber hinaus spielen persönliche Merkmale wie Schadenfreiheitsklasse, Fahrerkreis oder Fahrleistung eine Rolle.

Wie kann die Kfz-Versicherung günstiger werden?

Mögliche Maßnahmen sind der Aufbau schadenfreier Jahre, eine passende Selbstbeteiligung, ein begrenzter Fahrerkreis und die Wahl eines Fahrzeugs mit günstiger Typklasse. Auch realistische Kilometerangaben und ein passender Versicherungsumfang können helfen, die Kosten zu senken.

Welche Rolle spielt die Regionalklasse?

Die Regionalklasse berücksichtigt die Schadenbilanz einer Zulassungsregion. In Regionen mit höheren Schadenkosten können die Beiträge höher ausfallen. Maßgeblich ist dabei der Zulassungsbezirk des Fahrzeughalters, nicht der Ort, an dem ein einzelner Schaden passiert.

Welche Autos sind für Fahranfänger günstig in der Versicherung?

Für Fahranfänger sind häufig Fahrzeuge mit niedriger Typklasse, moderater Motorisierung und überschaubaren Reparaturkosten geeignet. Kleinwagen und kompakte Modelle können wirtschaftlich sein. Entscheidend bleibt aber die konkrete Fahrzeugvariante.

Kann sich die Versicherung trotz niedriger Typklasse verteuern?

Ja. Die Typklasse ist nur ein Faktor. Auch Regionalklasse, Schadenfreiheitsklasse, Fahrerkreis, jährliche Fahrleistung, Tarifumfang und allgemeine Beitragsanpassungen können den Preis beeinflussen.

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Dieser Text wurde in Zusammenarbeit mit unserem WGV-Experten für Kfz-Versicherungen erstellt und am 28.05.2026 zuletzt geprüft.

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In Zusammenarbeit mit unserem Experten für Kfz-Versicherungen

Frank Folkert verantwortet als Abteilungsdirektor die Kfz-Schadenabteilung der WGV. Sein fachlicher Schwerpunkt liegt auf Kraftfahrtschäden, Schadenregulierung und Kfz-Versicherung. Durch seine jahrzehntelange Erfahrung im Kfz-Bereich verbindet er fundiertes Versicherungswissen mit einem klaren Blick für die Praxis der Schadenbearbeitung.

Nach seiner Ausbildung bei der WGV war Frank Folkert bereits im Kfz-Bereich tätig. Es folgte ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nürtingen, in dem er sich auch in seiner Diplomarbeit mit einem Kfz-bezogenen Thema auseinandersetzte. Nach einer weiteren Station bei einer anderen Versicherung kehrte er 2001 zur WGV zurück. Seitdem ist er durchgehend im Bereich Kfz-Schaden tätig.

Rolle im Content-Team: Frank Folkert ist verantwortlich für die fachliche Prüfung von Inhalten zu Kfz-Versicherung, Kfz-Schäden und Schadenregulierung.

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Hinweis: Keine individuelle Versicherungsberatung.
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