Führerschein: Klassen, Kosten, Antrag und Prüfung im Überblick

Ein Führerschein steht für Mobilität, Selbstständigkeit und neue Möglichkeiten im Alltag. Gleichzeitig wirft der Weg zur Fahrerlaubnis viele Fragen auf. Welche Führerscheinklassen gibt es? Was gilt beim Führerschein Klasse B? Wann ist ein Anhängerführerschein nötig? Wie viel kostet ein Führerschein wirklich? Und welche Rolle spielt die Führerscheinstelle?

Dieser Ratgeber bündelt die wichtigsten Informationen zum Führerschein in Deutschland. Er erklärt die zentralen Klassen, den Ablauf von Fahrausbildung und Fahrerlaubnisprüfung, typische Kosten, wichtige Unterlagen und Sonderfälle wie den alten Führerschein Klasse 3. Außerdem zeigt er, worauf nach bestandener Prüfung beim Versicherungsschutz zu achten ist, wenn das erste eigene Auto oder ein Familienfahrzeug genutzt wird.

Eine junge Frau sitzt im Auto und hält ihren Führerschein in die Kamera.

In aller Kürze

  • Der Führerschein ist das amtliche Dokument, das eine erteilte Fahrerlaubnis nachweist. Entscheidend ist die passende Fahrerlaubnisklasse.
  • Besonders wichtig sind der Führerschein Klasse B für Pkw, der BE Führerschein für größere Anhänger sowie die Klassen AM, A und C1.
  • Die Führerschein Kosten setzen sich vor allem aus Fahrschule, Theorieprüfung, Praxisprüfung, Lernmaterial, Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs und Gebühren der Führerscheinstelle zusammen.
  • Der Antrag wird bei der zuständigen Führerscheinstelle gestellt. Benötigt werden meist Ausweis, biometrisches Foto, Sehtest und Erste-Hilfe-Nachweis.
  • Alte Papierführerscheine und ältere Kartenführerscheine müssen stufenweise bis spätestens 19. Januar 2033 umgetauscht werden.
  • Nach bestandener Prüfung ist bei eigenem Auto oder Familienfahrzeug auch der Versicherungsschutz wichtig, besonders bei jungen Fahrern und begleitetem Fahren.

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Was ist ein Führerschein?

Der Führerschein ist das Nachweisdokument für eine Fahrerlaubnis. Die Fahrerlaubnis berechtigt dazu, bestimmte Kraftfahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr zu führen. Welche Fahrzeuge erlaubt sind, hängt von der jeweiligen Klasse ab. Deshalb sind die Führerscheinklassen der wichtigste Orientierungspunkt.

Umgangssprachlich wird oft vom „Führerschein machen“ gesprochen. Rechtlich geht es um die Erteilung einer Fahrerlaubnis und die Ausstellung des Führerscheindokuments. Der Kartenführerschein im EU-Format ist in Deutschland als Dokument befristet gültig. Die Befristung betrifft in der Regel nur das Dokument, nicht automatisch die Fahrerlaubnis selbst. Für bestimmte Klassen, etwa im Lkw- oder Busbereich, gelten zusätzlich medizinische Anforderungen und gesonderte Verlängerungen.

Welche Führerscheinklassen gibt es?

Die Führerscheinklassen richten sich danach, welche Fahrzeuge gefahren werden dürfen. In Deutschland gibt es Fahrerlaubnisklassen für Motorräder, Pkw, Anhänger, Lkw, Busse sowie land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge. Welche Klasse erforderlich ist, hängt von Fahrzeugart, Gewicht und Verwendungszweck ab.

Führerscheinklassen

Führerscheinklasse B: Was darf gefahren werden?

Der Führerschein Klasse B erlaubt das Führen von Kraftfahrzeugen mit einer zulässigen Gesamtmasse bis 3.500 Kilogramm. Zusätzlich dürfen Fahrzeuge mit bis zu acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz geführt werden. Auch Anhänger sind möglich, allerdings nur innerhalb bestimmter Gewichtsgrenzen.

Für viele Fahrschüler ist Klasse B der Einstieg in den Straßenverkehr. Die Ausbildung umfasst Theorieunterricht, Fahrstunden, Sonderfahrten und die Vorbereitung auf die Theorieprüfung und die praktische Prüfung. Wer bereits mit 17 Jahren fahren möchte, kann das begleitete Fahren nutzen. Dabei dürfen Fahranfänger nach bestandener Prüfung nur gemeinsam mit eingetragenen Begleitpersonen fahren. Welche Voraussetzungen dafür gelten und welche Besonderheiten bei Versicherung und Fahrzeugnutzung zu beachten sind, erfahren Sie im Ratgeber „Begleitetes Fahren“.

Im Vordergrund sieht man eine Hand mit Autoschlüssel, im Hintergrund steht ein Auto.

Anhängerführerschein: Wann sind B96 und BE wichtig?

Ein Anhängerführerschein wird wichtig, wenn ein Pkw mit Anhänger gefahren werden soll und die Grenzen der Klasse B nicht ausreichen. Dabei sind vor allem B96 und BE zu unterscheiden.

  • Was erlaubt der B96 Führerschein?

    B96 ist keine eigene Fahrerlaubnisklasse, sondern eine Erweiterung zur Klasse B. Sie kann für größere Fahrzeugkombinationen mit Anhänger ausreichen, wenn die zulässige Gesamtmasse der Kombination über den normalen Grenzen der Klasse B liegt, aber noch im zulässigen Rahmen von B96 bleibt. Dafür ist eine Fahrerschulung erforderlich, jedoch keine klassische Fahrerlaubnisprüfung wie beim BE Führerschein.

  • Was erlaubt der BE Führerschein?

    Der BE Führerschein ist die passende Wahl, wenn regelmäßig größere Anhänger gezogen werden sollen. Das betrifft zum Beispiel Pferdeanhänger, größere Wohnwagen oder bestimmte Transportanhänger. Der Führerschein BE erweitert die Möglichkeiten deutlich und setzt eine praktische Ausbildung sowie eine Prüfung voraus.

Wie viel kostet ein Führerschein?

Die Führerscheinkosten unterscheiden sich je nach Region, Fahrschule, Anzahl der Fahrstunden und Prüfungserfolg. Eine bundesweit einheitliche Pauschale gibt es nicht. In der Praxis entstehen die größten Kosten durch Grundbetrag, Übungsfahrten, Sonderfahrten, Prüfungsgebühren und Lernmaterial.

Typische Kostenbestandteile sind:

  • Grundbetrag der Fahrschule
  • Theorieunterricht und Lernmaterial
  • Übungsfahrten
  • gesetzlich vorgeschriebene Sonderfahrten
  • Vorstellung zur Theorieprüfung
  • Vorstellung zur praktischen Prüfung
  • Gebühren für TÜV oder DEKRA
  • Verwaltungsgebühren der Führerscheinstelle
  • Sehtest
  • Erste-Hilfe-Kurs
  • biometrisches Passbild

Wenige zusätzliche Fahrstunden können den Gesamtpreis deutlich verändern. Auch Wiederholungsprüfungen erhöhen die Kosten. Ein realistischer Vergleich mehrerer Fahrschulen hilft, sollte aber nicht nur über den Preis erfolgen. Unterrichtsqualität, Terminverfügbarkeit und transparente Kostenaufstellung sind ebenso wichtig. Sinnvoll ist es, vor der Anmeldung nach einer vollständigen Kostenübersicht zu fragen und die Preise für Fahrstunden, Sonderfahrten und Prüfungsvorstellungen getrennt zu vergleichen.

Wie laufen Fahrausbildung und Fahrerlaubnisprüfung ab?

Fahrausbildung und Fahrerlaubnisprüfung bestehen aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Die Ausbildung beginnt in der Regel mit der Anmeldung in einer Fahrschule und der Beantragung der Fahrerlaubnis bei der zuständigen Führerscheinstelle. Danach folgen Theorieunterricht, Fahrstunden und Sonderfahrten.

  • Was passiert in der Theorieprüfung?

    Die Theorieprüfung prüft Verkehrsregeln, Gefahrenlehre, Vorfahrt, Verkehrszeichen, umweltbewusstes Fahren und technische Grundlagen. Sie wird am Computer durchgeführt. Bestanden ist sie nur, wenn die zulässige Fehlerpunktzahl nicht überschritten wird.

  • Was passiert in der praktischen Prüfung?

    In der praktischen Prüfung wird beurteilt, ob ein Fahrzeug sicher, regelkonform und vorausschauend geführt werden kann. Dazu gehören Anfahren, Abbiegen, Spurwechsel, Einparken, Beobachtung des Verkehrs, Geschwindigkeit und Verhalten in schwierigen Situationen. Die Prüfung findet im realen Straßenverkehr statt. Die Dauer der Fahrausbildung hängt von Fahrschule, Verfügbarkeit von Fahrstunden und persönlichem Lernfortschritt ab. Viele Fahrschüler benötigen zwischen zwei und sechs Monaten bis zum Erhalt des Führerscheins. Wer frühzeitig Termine plant, regelmäßig fährt und die Theorie parallel vorbereitet, kommt meist strukturierter durch die Ausbildung.

Führerscheinstelle: Wie wird der Führerschein beantragt?

Der Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis wird bei der zuständigen Führerscheinstelle gestellt. Je nach Wohnort kann sie beim Landratsamt, Bürgeramt oder Straßenverkehrsamt angesiedelt sein. Viele Fahrschulen unterstützen bei der Antragstellung.

In der Regel werden ein gültiger Personalausweis oder Reisepass, ein biometrisches Lichtbild, ein Nachweis über einen Sehtest und einen Erste-Hilfe-Kurs und Angaben zur gewünschten Fahrerlaubnisklasse benötigt. Bei begleitetem Fahren müssen zusätzliche Unterlagen zu Begleitpersonen vorgelegt werden.

Die Bearbeitungszeit kann je nach Behörde variieren. Deshalb sollte der Antrag frühzeitig gestellt werden. Ohne genehmigten Antrag ist die Zulassung zur Prüfung nicht möglich.

Eine junge Frau füllt ein Formular aus.

Führerschein neu beantragen: Was gilt bei Verlust, Ablauf oder Umtausch?

Ein neuer Führerschein kann aus mehreren Gründen nötig werden. Dazu gehören Verlust, Diebstahl, Namensänderung, Beschädigung, Ablauf des Dokuments oder der verpflichtende Umtausch alter Führerscheine.

Was tun bei Verlust oder Diebstahl?

Bei Verlust oder Diebstahl sollte ein neuer Führerschein bei der Führerscheinstelle beantragt werden. Häufig wird zusätzlich eine eidesstattliche Versicherung oder eine Diebstahlanzeige verlangt. Die genauen Anforderungen legt die zuständige Behörde fest.

Wann muss ein alter Führerschein umgetauscht werden?

Führerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden, müssen schrittweise in den neuen EU-Kartenführerschein umgetauscht werden. Spätestens bis zum 19. Januar 2033 sollen diese Dokumente ersetzt sein. Die Umtauschpflicht betrifft das Dokument, nicht automatisch die zugrunde liegende Fahrerlaubnis. Der Umtausch dient vor allem dazu, Führerscheine EU-weit einheitlicher und fälschungssicherer zu machen.

Führerschein Klasse 3: Was gilt für alte Fahrerlaubnisse?

Der alte Führerschein Klasse 3 ist für viele Inhaber besonders wichtig, weil er in bestimmten Fällen weitergehende Berechtigungen umfasst als die heutige Klasse B. Beim Umtausch werden alte Fahrerlaubnisse nach den Regeln der Fahrerlaubnis-Verordnung in neue Klassen übertragen. Welche Klassen eingetragen werden, hängt unter anderem vom Ausstellungsdatum und vom alten Recht ab. Gerade bei Anhängern, größeren Fahrzeugen oder landwirtschaftlichen Zugmaschinen sollte vor dem Umtausch genau geprüft werden, welche Besitzstände bestehen. Die Führerscheinstelle trägt die neuen Klassen und Schlüsselzahlen in den Kartenführerschein ein. Wer bestimmte Berechtigungen weiterhin nutzen möchte, sollte die Eintragungen nach dem Umtausch sorgfältig kontrollieren.

Ein Oldtimer.

Führerschein und Versicherung: Was ist nach bestandener Prüfung wichtig?

Nach bestandener Prüfung beginnt für viele Fahrer der nächste Schritt: das erste eigene Auto oder die Nutzung eines Familienfahrzeugs. Dann ist nicht nur der Führerschein wichtig, sondern auch der passende Versicherungsschutz.

Wer regelmäßig ein bereits versichertes Fahrzeug nutzt, sollte als Fahrer eingetragen werden. Das gilt insbesondere für Fahranfänger und Teilnehmer am begleiteten Fahren ab 17. Fehlen junge Fahrer im Vertrag, kann das im Schadenfall zu Nachberechnungen oder vertraglichen Konsequenzen führen. Deshalb sollten Versicherungsnehmer frühzeitig prüfen, ob der Fahrerkreis zur tatsächlichen Nutzung passt.

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FAQ

Wann verfällt ein Führerschein?

Die Fahrerlaubnis selbst verfällt bei den Klassen AM, A und B grundsätzlich nicht. Seit 2013 ausgestellte Führerscheindokumente sind jedoch auf 15 Jahre befristet und müssen anschließend erneuert werden.

Kann ein Führerschein nach einer längeren Fahrpause noch genutzt werden?

Ja. Wer eine gültige Fahrerlaubnis besitzt, darf grundsätzlich auch nach mehreren Jahren Fahrpause wieder fahren. Eine Auffrischungsfahrt in einer Fahrschule kann jedoch sinnvoll sein, wenn Unsicherheit besteht oder sich Verkehrsregeln, Fahrzeugtechnik und persönliche Fahrpraxis stark verändert haben.

Darf mit einem deutschen Führerschein im Ausland gefahren werden?

Innerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums wird der deutsche Führerschein grundsätzlich anerkannt. Außerhalb Europas können je nach Land zusätzliche Dokumente wie ein internationaler Führerschein erforderlich sein.

Was passiert, wenn die Theorieprüfung nicht bestanden wird?

Die Theorieprüfung kann wiederholt werden. Zwischen zwei Prüfungen ist in der Regel eine Wartefrist einzuhalten. Für jeden weiteren Versuch fallen zusätzliche Gebühren an.

Kann der Führerschein digital auf dem Smartphone gespeichert werden?

Der klassische Kartenführerschein bleibt derzeit das offizielle Nachweisdokument. Digitale Führerscheinlösungen werden in Deutschland erprobt, ersetzen den Führerschein im Kartenformat aktuell jedoch nicht vollständig.

Welche Fahrzeuge dürfen mit dem alten Führerschein Klasse 3 gefahren werden?

Der alte Führerschein Klasse 3 umfasst teilweise weitergehende Berechtigungen als die heutige Klasse B. Welche Fahrzeuge konkret gefahren werden dürfen, hängt vom Ausstellungsdatum und den beim Umtausch eingetragenen Klassen ab.

Was kostet ein Führerschein bei einer Wiederholungsprüfung?

Neben den regulären Ausbildungskosten entstehen zusätzliche Gebühren für die erneute Theorie- oder Praxisprüfung. Je nach Fahrschule können außerdem weitere Fahrstunden erforderlich sein.

Muss der Führerschein bei einer Namensänderung erneuert werden?

Eine gesetzliche Pflicht zum sofortigen Austausch besteht nicht. Viele Inhaber lassen den Führerschein dennoch aktualisieren, damit die persönlichen Daten mit anderen Ausweisdokumenten übereinstimmen.

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Dieser Text wurde in Zusammenarbeit mit unserem WGV-Experten für Kfz-Versicherungen erstellt und am 28.05.2026 zuletzt geprüft.

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Frank Folkert verantwortet als Abteilungsdirektor die Kfz-Schadenabteilung der WGV. Sein fachlicher Schwerpunkt liegt auf Kraftfahrtschäden, Schadenregulierung und Kfz-Versicherung. Durch seine jahrzehntelange Erfahrung im Kfz-Bereich verbindet er fundiertes Versicherungswissen mit einem klaren Blick für die Praxis der Schadenbearbeitung.

Nach seiner Ausbildung bei der WGV war Frank Folkert bereits im Kfz-Bereich tätig. Es folgte ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nürtingen, in dem er sich auch in seiner Diplomarbeit mit einem Kfz-bezogenen Thema auseinandersetzte. Nach einer weiteren Station bei einer anderen Versicherung kehrte er 2001 zur WGV zurück. Seitdem ist er durchgehend im Bereich Kfz-Schaden tätig.

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